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Fragen und Antworten
Allgemeine Fragen rund um das Thema Rückenschmerzen
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1. Spielen die Ernährungsweise und das Körpergewicht eine Rolle bei der Entstehung von Rückenschmerzen?
Übergewicht belastet rein mechanisch Wirbelkörper, Bandscheiben, Wirbelgelenke, Bänder und Muskel zu stark.
Übergewicht verändert die Wirbelsäulenstatik und damit die einwirkenden Hebelkräfte nachhaltig.
Fehlernährung (zuviel, in falscher Zusammensetzung, einseitig) verschlechtert den Stoffwechsel (z. B. Übersäuerung der Gewebe durch zuviel purinhaltige Nahrung, wie Fleisch, Wurst etc., Gicht! = zuviel Harnsäure durch ein zu "gutes Leben").
Rauchen schädigt die Bandscheiben (z. B. durch Durchblutungsverschlechterung der Transitzonen durch Diffusion! Der gleiche Mechanismus könnte auch durch Störung des Fettstoffwechsels / Cholesterinstoffwechsels bewirkt werden!)!
Quelle:
Dr. med. Bernd Reinhardt, Orthopäde - Sportmedizin - Chirotherapie – Badearzt, Bad Aibling Erstellt: Mai 2001 www.reinhardt-praxis.de
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2. Hilft ein Muskelaufbautraining Rückenschmerzen zu verhindern oder solche zu lindern?
Grundsätzlich ist Bewegung wichtig: Der Mensch ist ein Steppen- und Savannenläufer und unsere sitzende Lebensweise ist für unsere Muskulatur Gift.
Gerade in punkto Rückenschmerzen ist wissenschaftlich anerkannt, dass die Muskulatur rund um die Wirbelsäule wie ein Stützkorsett wirkt. Ist dies schwach oder unregelmäßig ausgebildet, begünstigt dies im hohen Maße Rückenschmerzen. Deswegen ist die lange gepflegte Einstellung "Bei Rückenschmerzen sofort ins Bett legen und möglichst wenig bewegen" absolut fatal - Ausnahme ist natürlich der Zustand des akuten Schmerzes oder gar eines Bandscheibenvorfalls. Mit einem aufbauenden körperlichen Training der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur darf stets erst nach Rücksprache mit dem Arzt begonnen werden.
Optimal ist es zum anderen, wenn das körperliche Training gezielt erfolgt, d. h. wenn der derzeitige Zustand des Trainierenden genau analysiert und ein Ziel ("wie soll die Muskulatur nach einem bestimmten Zeitraum des Trainings aussehen?") vorgegeben wird. In einer solchen, stets von Trainingstherapeuten betreuten Rückentherapie, ist der Patient vor falschen Bewegungsabläufen und damit vor Verletzungen in hohem Maße geschützt.
So erfüllt beispielsweise die analysegestützte medizinische Trainingstherapie für die Wirbelsäule (FPZ Konzept) diese Anforderungen und ist 1998 mit dem Richard-Merten-Preis für herausragende edv-gestützte Qualitätssicherung in der Humanmedizin ausgezeichnet worden.
Quelle:
Dr. med. Ralph Jennessen, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, Düsseldorf Erstellt: Mai 2001
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3. Was ist ein KISS-Syndrom und welche Symptome gibt es? Wie wird KISS behandelt?
KISS ist die Abkürzung für Kopfgelenks-Induzierte Symmetrie-Störung. Dabei handelt es sich um eine Wirbelsäulenblockade im Bereich der oberen Halswirbelsäule.
Diese Blockade führt zu einer Schiefheit. Bei Babys kommt es zu einer fixierten C-Haltung zu einer Seite oder nach hinten. Manchmal wird auch der Kopf oder das Gesicht schief. Auch größere Kinder und Erwachsene können KISS haben, nur ist bei ihnen die Schiefheit nicht mehr so offensichtlich wie bei Babys.
Neben der Schiefheit gibt es häufig Störungen im motorischen Bereich, z. B. beim Gleichgewicht oder der Körperwahrnehmung. Babys mit KISS-Syndrom schreien sehr viel und haben oft große Schwierigkeiten mit dem Schlafen. Oft gibt es auch Stillprobleme wie z. B. (einseitige) wunde Brustwarzen, Milchstau oder geringe Gewichtszunahme.
Behandelt wird das KISS-Syndrom, indem die Blockade gelöst wird. Hierfür gibt es eine Reihe von Methoden, z.B. Chirotherapie, Atlastherapie, HIO-Technik, Craniosacrale Impulsregulation.
Informationen zum KISS-Syndrom: www.bredner.de/KISS.html#linkliste
Liste von Behandlern: www.bredner.de/KISS.html#behandler
Stillberatung bei KISS-Kindern: barbara@bredner.de
Studie zu Risikofaktoren für Wirbelsäulenfunktionsstörungen bei Säuglingen: www.bredner.de/studie3.html
Zum Öffnen der Studie benötigen Sie das Programm Acrobat Reader, das Sie unter www.adobe.de/products/acrobat/readstep.html kostenfrei herunterladen können.
Quelle:
Barbara Bredner, cand. stat. und AFS-Stillberaterin, Holzwickede Erstellt: Mai 2002 - Aktualisiert: 4.8.2004
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4. Ist die Rückenschule ein erfolgreiches Konzept zur Vorbeugung und zur Linderung von Rückenschmerzen?
Die Hauptursachen für Rückenschmerzen sind Bewegungsmangel, Bewegungsmonotonie, Fehlhaltungen, Muskelschwächen und psychische Faktoren.
In einer Rückenschule lernen die Teilnehmer rückengerechte Körperhaltungen wie z. B. das Sitzen, das Stehen, das Liegen und rückengerechte Bewegungsabläufe wie z. B. das Bücken, das Heben und das Tragen. Zusätzlich dehnen und kräftigen die Teilnehmer ihre wichtigsten Muskelgruppen und erfahren die wohltuende Wirkung unterschiedlicher Entspannungsverfahren.
Rückenschulkurse zielen sowohl präventiv als auch rehabilitativ auf das Erlernen von rückenschonenden Verhaltensweisen und das Schaffen von rückengerechten Verhältnissen wie z. B. bandscheibengerechte Betten, ergonomische Bürostühle.
Vorausgesetzt, dass die Kurse von qualifizierten Kursleitern – z. B. nach den Richtlinien des Bundesverbandes der deutschen Rückenschulen (BdR) e. V. - geleitet und die vermittelten Inhalte von den Teilnehmern lebensbegleitend im Alltag umgesetzt werden, sind diese Maßnahmen nachhaltig ein erfolgreiches Konzept zur Vorbeugung und Linderung von Rückenschmerzen. Diese Aussage kann durch die neueste Studie der AOK Niedersachsen wissenschaftlich belegt werden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Rückenschulkurse mittel- und langfristig die gesundheitliche Lebensqualität der Teilnehmer verbessern und zu einer Reduktion der Arbeitsunfähigkeit führen.
Quelle:
Ulrich Kuhnt, Sportpädagoge, Leiter der Rückenschule Hannover, Direktorium des Bundesverbandes der deutschen Rückenschule (BdR) e. V. Erstellt Mai 2001 - Aktualisiert: 30.6.2003
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5. Was ist zu tun bei einer angeborenen Wirbelsäulenerkrankung (z. B. Morbus Bechterew) um Rückenschmerzen vorzubeugen?
Als Grundlage zur Behandlung des Morbus Bechterew zählt die tägliche regelmäßige Eigentherapie mit gezielter Morbus-Bechterew-Gymnastik. Bei einem entzündlichen Schub bedarf es dringlichst der Einnahme von entzün-dungshemmenden Medikamenten.
Das Hauptaugenmerk muss in jedem Stadium auf die Streckfähigkeit der Hüftgelenke gerichtet sein. Besonders im Anfangsstadium kann man dadurch viel für einen günstigen späteren Verlauf der Krankheit erreichen.
Quelle:
Ludwig Hammel, Geschäftsführer des DVMB – Deutsche Vereinigung für Morbus Bechterew e.V. Erstellt: Mai 2001
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6. Gibt es gezielte, spezielle Rückenschulprogramme für bestimmte Arbeitsplätze?
Natürlich haben der technische Fortschritt und die verbesserte Ergonomie die körperliche Belastung in der Arbeitswelt seit einigen Jahrzehnten deutlich verringert. Diese positive Entwicklung wird aber durch die gleichzeitig gestiegene Monotonie der Arbeitshaltungen und durch die Zunahme der psychischen Stressoren negativ beeinflusst.
Das Betriebsproblem "Rückenschmerz" hat vielfältige Ursachen und kann, was wissenschaftlich nachgewiesen wurde, mit den Instrumenten der betrieblichen Gesundheitsförderung verringert werden. Ein wichtiger Baustein der betrieblichen Gesundheitsförderung sind arbeitsplatzbezogene Rückenschulmaßnahmen, die sowohl verhaltenspräventiv als auch verhältnispräventiv ausgerichtet sind. In diesen Maßnahmen lernt der Mitarbeiter seine Arbeitshaltungen und seine Bewegungsabläufe rückenschonend durchzuführen. Ergänzt werden diese Programme durch spezielle Gymnastik- und Entspannungsanleitungen.
Die arbeitsplatzbezogenen Rückenschulprogramme gibt es z. B. in der Alten- und Krankenpflege, im Baugewerbe, für Bildschirmarbeitsplätze, im KFZ-Handwerk und für Gabelstaplerfahrer.
Quelle:
Ulrich Kuhnt, Sportpädagoge, Leiter der Rückenschule Hannover, Direktorium des Bundesverbandes der deutschen Rückenschule (BdR) e. V. Erstellt: Mai 2001 - Aktualisiert: 30.6.2003
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7. Wann ist eine Bandscheibenoperation empfehlenswert bzw. erforderlich?
Bei der Diskussion um ein solches Vorgehen dürfen keine diagnostischen Zweifel bestehen: Das Befinden des Patienten, sein klinischer Befund und die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren müssen passen.
Grundsätzlich ist nicht operatives Vorgehen angezeigt. Aktiv eingreifen muss man, wenn doppelseitige Symptome mit Blasen- und Mastdarmstörungen vorliegen.
Man sollte operatives Verfahren empfehlen, wenn konservative Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, einseitige Lähmungen oder Schmerzen vorhanden sind, die sich nicht beeinflussen lassen und die der Patient nicht tolerieren kann.
Quelle:
Prof. Dr. med. E. Schmitt, Facharzt für Orthopädie, 1. Vorsitzender des Forums: Gesunder Rücken - besser leben e.V. Stand: Mai 2001
Über 100.000 Patienten pro Jahr lassen sich allein in Deutschland an den Bandscheiben operieren. "Das sind viel zu viele Eingriffe", warnt die Wirbelsäulenliga e.V. "Operiert werden sollte nur, wenn es wirklich nötig ist. Zunächst sollten alle konservativen Behandlungsverfahren zum Einsatz kommen, welche die moderne Orthopädie bietet. Das beginnt mit Manualtherapie, Physiotherapie und Schmerzmitteln. Dann kommen Injektions-behandlungen, die teilweise unter Röntgenkontrolle durchgeführt werden und Infusionen. Klingen die Beschwerden trotz aller Maßnahmen nach einigen Wochen immer noch nicht ab, empfehlen wir den Wirbelsäulen-Katheter, die Lasertherapie der Bandscheibe oder die Behandlung mit der Hitzesonde. Erst wenn das alles nicht hilft oder wenn zusätzlich zu den Schmerzen bereits Lähmungen an Armen, Beinen oder sogar Blasen- und Mastdarmstörungen auftreten, ist der richtige Zeitpunkt für einen operativen Eingriff."
Eine ausführliche Stellungnahme erhalten Sie im folgenden PDF
Quelle:
Dr. med. R. Schneiderhan, Präsident der Wirbelsäulenliga e.V. Erstellt: Mai 2003
Zum Öffnen der Stellungnahme benötigen Sie das Programm Acrobat Reader, das Sie unter www.adobe.de/products/acrobat/readstep.html kostenfrei herunterladen können.
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8. Ab welchem Alter ist die Erziehung zu rückengerechtem Verhalten erforderlich (Kindergarten/Schule)?
Mit einer Forderung nach „Erziehung“ zu einem rückengerechten Verhalten würde eine wichtige primär präventive Maßnahme zum Scheitern verurteilt sein, da die Aspekte "Ganzheit des Kindes", "Bedürfnisse des Kindes" und "biologisch-medizinische Zielsetzungen" nicht im Einklang stehen.
Kinder brauchen gerade während der sensiblen, kritischen Reifungsprozesse vielfältige sensomotorische Erlebnisse, damit ihre biologische Ausdifferenzierung optimal unterstützt werden kann.
In diesem Zusammenhang ist es auf jeden Fall besser, nicht von einer „Rückenschule für Kinder“ sondern von einer „Haltungs- und Bewegungsförderung“ von Kindern zu sprechen. Um die Haltungs- und Bewegungsentwicklung, die Gesundheit sowie das Wohlbefinden der Heranwachsenden sicherzustellen, muss das Beziehungsgefüge über fachspezifische, partielle Angebote hinausgehen. Der größte Teil der Haltungsauffälligkeiten unserer Kinder ist auf multifaktorelle Ursachen zurückzuführen. Neben allgemeinen körperlichen Leistungsschwächen sind auch stets psychosoziale Faktoren relevant wie u. a. Ängste, Depressionen oder ein mangelndes Selbstkonzept.
Haltungsfördernde und damit Rückenbeschwerden vorbeugende Maßnahmen werden langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn die biologischen Zielsetzungen mit den psychomotorischen Bedürfnissen der Kinder im Einklang stehen und somit die Gesamtpersönlichkeit im Mittelpunkt der Fördermaßnahme steht. Das Kind ist ein spielendes und sich bewegendes Wesen. Alles was es lernt, tut und begreift, steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit seinem intrinsischem Bedürfnis, bewegt und spielerisch an die Dinge heranzugehen um damit auch - das ist der positive gesundheitliche Nebeneffekt - seine organische Entwicklung zu organisieren. Über Bewegung sammelt das Kind vielfältige Körpererfahrungen und erwirbt damit auch ein sensibles Haltungsbewusstsein.
Erfüllen die Bewegungserlebnisse auch das Bedürfnis nach Wagnis und Risiko, vermittelt dies Erfolgserlebnisse und führt zur Selbstzufriedenheit und in der Folge zu Selbstsicherheit sowie Selbstbewusstsein wodurch auch die „innere Haltung“ gestärkt wird.
Auf diese Rahmenbedingungen sollte ein Kind spätestens im Kindergartenalter zurückgreifen können.
Quelle:
Dr. D. Breithecker, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e. V. Erstellt: Juli 2007
Weitere wichtige Informationen zu wichtigen Fragen rund um das Thema Haltung/Rücken wie Schulranzen, Sitzarbeitsplatz, Bewegte Schule finden Sie auf folgender Homepage
www.bag-haltungundbewegung.de
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9. Wie können häufige Nackenschmerzen vermieden werden?
So mancher Mensch wird von chronischen Nackenschmerzen heimgesucht. Prof. J. Krämer von der Orthopädischen Universitätsklinik Bochum weiß Rat:
- Beim Lesen - Handarbeiten - Fernsehen und Auto fahren öfter Pause machen.
- Keine abrupte Drehung des Kopfes - besser den ganzen Körper drehen.
- Zugluft nicht an den unbedeckten Hals heran lassen - Schals und Kragen tragen.
- Beim Liegen kleines Kopfkissen nutzen - keine Bauchlage.
- Beim Laufen Kinn runter - beim Rad fahren Lenker hoch.
- Nicht über Kopf arbeiten - besser Leiter benutzen.
- Theater und Kino: Nicht in der ersten Reihe sitzen - besser hinten sitzen.
- Trinken aus der Büchse - Flasche: besser Strohhalm benutzen.
- Haare waschen unter der Dusche - nicht im Waschbecken mit starker Neigung nach hinten (z. B. beim Friseur).
Quelle:
Prof. Dr. med. Krämer, Ltd. Arzt der orthopädischen Uni-Klinik im St. Josef-Hospital, Bochum Erstellt: Mai 2001
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10. Können rückengerechte Produkte wie z. B. Bett, Stuhl, Tisch einen Beitrag zur Vermeidung von Rückenschmerzen leisten?
Bei der Prävention und Behandlung von Rückenschmerzen sind ergonomisch korrekte Produkte, wie z. B. Betten, Schuhe, Büromöbel, Polstermöbel, Fernsehsessel, Autositze, auch Fahrräder etc., ein wichtiger, vielfach leider völlig vernachlässigter Faktor. Sie sind notwendige Voraussetzung für rückengerechtes Verhalten, also für rückengerechtes und damit gesundes Schlafen, Gehen, Stehen, Sitzen, Rad fahren u.s.w. und damit ein unverzichtbarer Baustein im Kampf gegen Rückenschmerzen.
Laut einer Umfrage unter 1.000 Orthopäden empfehlen 96% der Befragten daher ihren Patienten sogar gezielt die Anschaffung ergonomische sinnvoller Produkte, insbesondere wenn diese das AGR-Gütesiegel tragen.
Quelle:
AGR - Rücken-Konsilium `97 Erstellt: Mai 2001
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11. Können Depressionen und Angstzustände Rückenschmerzen verursachen?
Häufig werden bei Rückenerkrankten Depressionen vermutet. Es ist anzunehmen, dass erhöhte Depressionswerte bei Patienten mit Rückenschmerzen nicht ursächlich für die Rückenerkrankung sind, sondern Folgeerscheinung einer langdauernden ausgeprägten Schmerzsymptomatik. Depressivität kann Rückenbeschwerden verstärken, da sie zu ungünstigen Bewältigungsmechanismen wie Passivität und Rückzugsverhalten führt. Aufgrund des hohen Risikos für Patienten mit chronischer Rückenschmerzsymptomatik an depressiven Verstimmungen zu leiden, erscheint es ratsam, im Rahmen der orthopädischen Rückenschule Verfahren gegen Depressivität zu integrieren (z. B. gezielte Maßnahmen zum Belastungsausgleich und gegen soziale Isolation).
Quelle:
Dr. Anne B. Flothow, Diplom-Psychologin, Hamburg Erstellt: Mai 2001
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12. Kann dauernder Stress Rückenschmerzen auslösen?
Zu den häufigsten Ursachen für eher schleichend beginnende Rückenschmerzen zählt eine langanhaltende Anspannung der Rückenmuskulatur. Diese entsteht durch "Stress", d. h. durch erhöhte, vor allem psychische Belastungen. Das Ziel der Rückenschule besteht darin, die Teilnehmer für die drohende schmerzhafte Verspannung der Muskulatur zu sensibilisieren und geeignete Verfahren der Entspannung, z. B. die Progressive Muskelrelaxation nach JACOBSON zu trainieren. Darüber hinaus sollten Verfahren aus psychologischen Stressbewältigungsverfahren integriert werden.
Quelle:
Dr. Anne B. Flothow, Diplom-Psychologin, Hamburg Erstellt: Mai 2001
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13. Wie lassen sich angewöhnte, rückenunfreundliche Verhaltensweisen ändern?
Ziel der Rückenschule ist der Aufbau wirbelsäulengerechter Bewegungsformen und Körperhaltungen und die selbständige Anwendung im individuellen Alltag und Beruf. Diese Bewegungsformen sind motorische Verhaltensweisen, die im Erwachsenenalter über Jahrzehnte täglich vielfach ausgeführt werden, ohne dass es jemals zu Schmerzen gekommen ist. Dadurch wird das rückenbelastende Verhalten zu einer stark änderungsresistenten Gewohnheit. Es reicht daher in aller Regel nicht aus, Patienten nur über die Inhalte der Rückenschule zu informieren.
Das neue, rückenfreundliche Haltungs- und Bewegungsverhalten muss vielmehr ganzheitlich, d. h. gleichzeitig auf folgenden Ebenen geschult werden: - auf der Erkennungs-
- auf der Bewegungs-
- auf der Gefühls-
- sowie auf der Gesellschaftsebene
und durch bewährte Verfahren der Verhaltensveränderung, z. B. der systematischen Selbstbeobachtung, ergänzt werden.
Quelle:
Dr. Anne B. Flothow, Diplom-Psychologin, Hamburg Erstellt: Mai 2001
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14. Ist Sport ein geeignetes Mittel um Rückenschmerzen vorzubeugen bzw. zur Linderung empfehlenswert?
Wissenschaft und Praxis haben gezeigt, dass sowohl in der Prävention als auch in der Rehabilitation gezielte Sport- bzw. Bewegungsprogramme - gekoppelt mit einer Änderung von Verhaltensweisen im täglichen Berufs- und Alltagsleben - Rückenschmerzen vermindern oder auch vermeiden können.
Rückenschulen, Wirbelsäulengymnastik und andere Rückentrainingsprogramme, wie sie z. B. in den Vereinen des Deutschen Turner-Bundes angeboten werden, sind dazu besonders geeignet.
Gibt es in Ihrem Verein Gesundheitssport - als Kurs oder als festes Vereinsangebot? Zum Beispiel Wirbelsäulengymnastik oder Rückenschule? Unter der Adresse www.pluspunkt-gesundheit.de können Sie gezielt nach Angeboten in Ihrer Region suchen, die mit dem Qualitätssiegel "Pluspunkt Gesundheit. DTB" ausgezeichnet sind.
Quelle:
Jörn Rühl, Deutscher Turner-Bund, Frankfurt am Main Erstellt: Mai 2001 www.dtb-online.de
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15. Wie schläft man erholsam und wie wichtig ist der erholsame Schlaf?
Während des Schlafes kommt es zu wichtigen Erholungsvorgängen. So wird das Wachstumshormon nur während des Schlafes ausgeschüttet und es bewirkt das, was sein Name verspricht: es ist für Wachstum und Regeneration erforderlich. So sind Kinder, die einen chronisch gestörten Schlaf aufweisen, in ihrem Wachstum behindert. Das Immunsystem wird während es Schlafes gestärkt. Gestörter Schlaf führt zu einem geschwächten Immunsystem, welches zu ernsthaften Erkrankungen führen kann. Auch Verdauung und unser Herz-Kreislaufsystem benötigen die nächtliche Ruhephase, um wieder leisten zu können. Unsere geistige Leistungsfähigkeit benötigt ausreichenden Schlaf. Unser Gehirn wiederholt Lernvorgänge während des Schlafes, so dass wir am nächsten Tag eine bessere Lernfähigkeit besitzen.
Gesunder Schlaf ist Grundvoraussetzung für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.
Ausführliche Informationen finden Sie im folgenden PDF.
Quelle:
Prof. Dr. Jürgen Zulley, Schlafmedizinisches Zentrum der Psychiatrischen Klinik der Universität Regensburg Erstellt: Oktober 2003
www.dags.de
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Die 4 großen Therapien gegen Rückenschmerzen. Welche ist die richtige für Sie?
Die Münchner Wirbelsäulenliga e.V. stellt im folgenden PDF unterschiedliche Therapieformen vor.
Quelle: Wirbelsäulenliga e.V., München Erstellt: Juli 2005 www.wirbelsaeulenliga.de
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