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Das wollte ich immer schon mal wissen

Dr. Schneiderhan beantwortet die am häufigsten gestellten Fragen zu Rückenschmerzen

Probleme mit dem Kreuz haben sich zum Massenleiden in unserer modernen Gesellschaft entwickelt. Alle Altersgruppen und sozialen Klassen sind betroffen. Die Krankheit plagt Dauersitzer ebenso wie Menschen, die den ganzen Tag auf den Beinen sind. Die Medizin verfügt mittlerweile über ein Riesenarsenal an Therapien. Trotzdem ranken sich immer noch viele Mythen um die Volkskrankheit Nummer 1. AGR-Experte Dr. Reinhard Schneiderhan vom gleichnamigen Medizinischen Versorgungszentrum in München Taufkirchen, beantwortet die am häufigsten gestellten Fragen zu Rückenschmerzen.

Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Rücken schmerzt?

Dr. Schneiderhan: Da kann ich Entwarnung geben. In den meisten Fällen nicht. Rückenschmerzen können immer mal wieder auftreten, sind oft harmlos und verschwinden binnen weniger Tage auch wieder. Aber es gibt auch Gründe, einen Arzt aufzusuchen. Etwa wenn man in Zusammenhang mit Rückenschmerzen die Kontrolle über Blase und Darm verliert und wenn Lähmungserscheinungen auftreten. Auch Kreuzschmerzen mit Fieber und Nachtschweiß sollten vom Arzt abgeklärt werden. Wenn Rückenschmerzen länger als 3 Tage anhalten, ist ein Arztbesuch ebenfalls ratsam.

Was löst denn eigentlich meine Rückenschmerzen aus?

Dr. Schneiderhan: Eine sehr berechtigte, aber auch schwierige Frage. Oft sind die Bandscheiben, der Ischiasnerv oder andere Strukturen schuld an den Problemen. Es gibt ab und an unspezifische Rückenschmerzen bei mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Mit anderen Worten: Die Symptome entstehen aufgrund mehrerer Ursachen. Das können Muskelverspannungen oder auch psychische Faktoren sein. Von Vorteil ist es dann, sich von einem interdisziplinären Team beraten zu lassen. Wenn sich Ärzte und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen einen Patienten anschauen, ist die Chance auf eine korrekte Diagnose und die richtige Behandlung am Größten.

Welche Möglichkeiten habe ich, mich vor Rückenschmerzen zu schützen?

Dr. Schneiderhan: Ich wünschte sehr, ich hätte da ein Patentrezept. Unser modernes Leben führt nun mal leider dazu, dass es so häufig zu Rückenschmerzen kommt. Wir sitzen zu viel und sind oftmals gestresst. Aber jeder kann sein Risiko deutlich senken: Wichtig ist regelmäßige körperliche Bewegung, die einem auch Spaß macht. Sonst bleibt man nicht am Ball. Ideal sind mindestens drei Stunden die Woche. Außerdem sollte sich jeder um ein ausgeglichenes Berufs- und Privatleben bemühen. Studien zeigen: Je entspannter ein Mensch, desto seltener treten Rückenschmerzen auf!

Gibt es Bewegungen, die besonders schädlich sind?

Dr. Schneiderhan: Die Antwort mag jetzt so manch einen überraschen, aber eigentlich nicht. Unsere Muskulatur braucht vielfältige Bewegungen und Reize, um möglichst ausgeglichen trainiert zu sein. Trotzdem ist es natürlich gut, wie etwa beim Heben schwerer Gegenstände, aus den Beinen zu arbeiten und den Rücken möglichst gerade zu halten. Auch länger andauernde Zwangshaltungen sollten weitestgehend vermieden werden.

Was raten Sie bei akuten Schmerzen?

Dr. Schneiderhan: Wenn irgendwie möglich, ist es immer am besten, sich weiter zu bewegen. Dabei dann einfach ein paar Gänge runterschalten. Bei überwiegend auf den Rücken konzentrierten Schmerzen helfen Wärme und Medikamente oft bereit sehr gut. Strahlen die Schmerzen zusätzlich ins Bein aus, hilft die Entlastung des unteren Rückens durch eine Stufenbettlage.

Ab wann spricht man eigentlich von chronischen Rückenschmerzen?

Dr. Schneiderhan: Da gibt es klare Richtlinien. Chronische Rückenschmerzen liegen vor, wenn die Beschwerden trotz Diagnostik und Behandlung länger als drei Monate anhalten oder in kurzen Intervallen wiederkehren. Psychische Faktoren, wie berufliche oder private Probleme können eine Chronifizierung begünstigen. Auch ängstliches Vermeidungsverhalten führt zu einer dauerhaften Verschlechterung! Wichtig ist es, sich in erfahrene Hände zu begeben, damit es gar nicht erst zu einem Schmerzgedächtnis und damit zu einer Chronifizierung kommt.

Wie wichtig sind bildgebende Verfahren bei der Diagnose?

Dr. Schneiderhan: Es ist gut, dass uns Röntgen, MRT und Co. zur Verfügung stehen. Aber sie stellen nur ein Hilfsmittel dar und sind nur dann von Nöten, wenn wir eine bestimmte Ursache gezielt aufspüren oder ausschließen wollen. Aber weder Arzt noch Patient sollten sich einzig und alleine darauf verlassen. Wichtig zu wissen: Bei vielen Menschen zeigen bildgebenden Verfahren beispielsweise defekte Bandscheiben. Das ist aber noch lange kein Grund, gleich zum Skalpell zu greifen.

Weitere Infos: www.orthopaede.com