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Gut zu Fuß trotz Handycap

Prothesen sind Hightech-Konstruktionen. Sie werden individuell angepasst und ermöglichen heutzutage ein normales Gangbild. Vorausgesetzt, das Schuhwerk ist auf die Prothese abgestimmt. Prothesenschuhe sollen die Sicherheit erhöhen, funktionell sein und komfortabel – sowohl beim Gehen als auch beim Stehen. So wird die Mobilität von Prothesenträgern verbessert.

Die richtige Passform

Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren beim Verlust eines Unterschenkels oder Beines mehr oder weniger einfache Holzstelzen üblich, um die Gehfähigkeit zu erhalten. Als im ersten Weltkrieg viele Soldaten Gliedmaßen verloren, begann um 1920 herum die Entwicklung von Prothesen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen. Heute gibt es individuell angepasste Hightech-Konstruktionen, die die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Damit das optimal gelingt, ist die richtige Passform des Schafts entscheidend. Der Schaft ist die Schnittstelle zwischen Mensch und Prothese. Hat der Schaft eine schlechte Passform, entstehen Druckstellen und Schmerzen und die Gehfähigkeit wird eingeschränkt. Die Herstellung einer Prothese gehört deshalb in die Hände von Profis. Das trifft übrigens auch auf Prothesenschuhe zu. Sie müssen nicht nur dem Prothesenfuß gut anpasst sein, sondern auch dem gesunden Fuß. Die optimale Passform hängt von den richtigen Schuhleisten im Produktionsprozess ab. Der Leisten soll sich an der natürlichen Fußform orientieren, damit die Schuhe nicht drücken bzw. zu groß oder zu klein sind. Am Leisten orientieren sich übrigens auch die Hersteller von Prothesenfüßen.

Kriterien für ein harmonisches Gangbild

Für ein harmonisches Gangbild ist ein kontrolliertes Abrollverhalten wichtig. Dies kann beispielsweise durch eine Mittelfußstütze und eine verbreiterte Sohle erreicht werden.

Zu den besonderen Eigenschaften eines Prothesenschuhs gehört zudem eine gut wirksame Stoßdämpfung. Sie lässt sich durch eine abgeschrägte Fersenpartie mit integriertem Dämpfungselement gut umsetzen. Eine leicht rückversetzte Ballenrolle und ein ausgeprägter Spitzenhub (= Abstand der Schuhspitze vom Erdboden, wenn der Schuh auf einer ebenen Fläche steht) unterstützen nicht nur das Abrollverhalten, sondern reduzieren auch die Stolpergefahr. Beim Spitzenhub handelt es sich um den Abstand zwischen Schuhspitze und Erdboden, wenn der Schuh auf einer ebenen Fläche steht.

Sicheres Auftreten

Während man normalerweise leichte Unebenheiten oder rutschige Untergründe beim Gehen spürt, ist diese Wahrnehmung am prothetischen Bein eingeschränkt. Hier Bedarf es technischer Hilfen durch den Schuh, damit der Fuß sicher aufgesetzt werden kann. Daher sollte die Sohle eine spezielle Profilierung haben. Sie kann im besten Fall bereits durch ihre Materialzusammensetzung die Rutschsicherheit erhöhen und den nötigen Halt auf glattem, nassem Untergrund gewährleisten.

Leicht und komfortabel

Ein Prothesenfuß ist dem natürlichen Fuß nachgeahmt, allerdings steht er in Bezug auf Beweglichkeit dem natürlichen Fuß nach. Prothesenschuhe sollten deshalb so gestaltet sein, dass sie sich leicht und komfortabel an- und ausziehen lassen. Ein großer Schuheinstieg, eine Schlaufe an der Zunge oder auch ein Einhandverschluss erleichtern das An- und Ausziehen sehr. Die Prothesenschuhe sollten möglichst leicht sein, denn je mehr ein Schuh wiegt desto höher sind die Fliehkräfte beim Durchschwingen. Ideal ist ein Gewicht von weniger als 500 Gramm (bei Größe 42).

Das richtige Material

Der Schuh muss aus hochwertigen Materialien bestehen. Dazu gehören vegetabil gegerbtes Leder mit ausreichender Wasserdampfdurchlässigkeit sowie atmungsaktive Textilien, die ein ausgeglichenes Innenschuhklima und ein angenehmes Trageverhalten auch bei Dauerbelastung garantieren. Denn Prothesenschuhe sind ja nicht ausschließlich für die Prothese gedacht, auch der eigene Fuß soll sich wohlfühlen. Achten Sie daher auf atmungsaktive Materialien.

Alle genannten Merkmale eines guten Prothesenschuhs können dazu beitragen, dass Gelenke und Rücken entlastet werden. Das schont die gesamte Gelenkkette und wirkt Rückenschmerzen entgegen. Denn der richtige Schuh hilft dabei, unphysiologische Bewegungen zu vermeiden.

Checkliste für rückengerechte Prothesenschuhe

  • Das Abrollverhalten sollte unterstützt, die Stolpergefahr reduziert und das Durchschwingen der Prothese optimiert werden. Idealerweise wird dies durch eine leicht rückversetzte Ballenrolle und einen ausgeprägten Spitzenhub gelöst.
  • Der Schuh soll ein kontrolliertes Abrollverhalten ermöglichen, um ein harmonisches Gangbild zu gewährleisten. Das kann z. B. durch eine Mittelfußstütze und eine verbreiterte Sohle erreicht werden.
  • Eine wirksame Stoßdämpfung und Gelenkschonung ist wichtig. Möglich wird das z. B. durch eine abgeschrägte Fersenpartie mit integriertem Dämpfungselement.
  • Eine erhöhte Rutschfestigkeit sorgt für besseren Halt auf glattem, nassem Untergrund. Dazu eignet sich am besten ein spezielles Profil und eine besondere Gummimischung der Sohle.
  • Leichtes und komfortables An- und Ausziehen sollte möglich sein. Ideal ist eine große Öffnung beim Schuheinstieg und eine Schlaufe an der Zunge bzw. ein Einhandverschluss.
  • Der Schuh muss aus hochwertigen Materialien, wie z. B. aus vegetabil (pflanzlich) gegerbtem Leder mit ausreichender Wasserdampfdurchlässigkeit und atmungsaktiven Textilien bestehen, damit ein ausgeglichenes Innenschuhklima und ein angenehmes Trageverhalten auch bei Dauerbelastung garantiert ist.
  • Ein leichter Schuh soll die Fliehkräfte beim Durchschwingen der Prothese reduzieren und möglichst ermüdungsfreies Gehen ermöglichen. Der einzelne Schuh darf deshalb nicht schwerer als circa 500 Gramm (bei Größe 42) sein.
  • Optional kann eine Vorfußdämpfung die Mittelfußköpfchen entlasten.

Mindestanforderungen

  • Abrollverhalten wird unterstützt, Stolpern reduziert
  • Durchschwingen wird optimiert
  • Stoßdämpfung und Gelenkschonung
  • Rutschfestigkeit
  • Komfortables An- und Ausziehen
  • Hochwertige Materialien
  • Geringes Gewicht

Außerdem sinnvoll

  • Vorfußdämpfung

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Hersteller

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