Header Bilder

 

Default Kopfgrafik

Kopfgrafik Entspannung 1903x550

Nächtliche Rückenschmerzen

    Was dagegen hilft!

    Erholsamer Schlaf ist für unsere Rückengesundheit von entscheidender Bedeutung. Wenn man aber morgens Rückenschmerzen hat oder mit ihnen aufwacht, dann kann das verschiedene Ursachen haben, weiß auch unser Experte Dr. Reinhard Schneiderhan. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen steht einem erholsamen Schlaf aber nichts im Wege!

    Wir verbringen jedes Jahr rund 2500 Stunden im Bett und damit immerhin ein Drittel der uns zur Verfügung stehenden Zeit. Noch ist nicht bis in alle Einzelheiten geklärt, was im Schlaf so alles passiert. Fest steht jedoch, dass wir die Nachtruhe zum Überleben brauchen. Der Körper schüttet in dieser Zeit wichtige Wachstumshormone aus. Er lässt Zellen, Gewebe und Organe regenerieren und bringt das Immunsystem wieder in Schwung. Das Gehirn speichert Erlerntes und löscht Unwichtiges. „Aber auch für die Rückengesundheit hat der Schlaf entscheidende Bedeutung“, sagt Dr. Reinhard Schneiderhan, Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums München-Taufkirchen. „Die Muskeln können sich entspannen und die Bandscheiben sich wieder mit Flüssigkeit vollsaugen.“

    Doch leider funktioniert das nicht bei allen so, wie gewünscht. Ein entscheidender Grund dafür kann eine schlechte Matratze sein. Bei manchen ist sie zu hart, bei anderen zu weich oder bereits durchgelegen. Die Folgen: Die Wirbelsäule und ihre Strukturen können sich nicht erholen. „Gute Matratzen müssen sich den unterschiedlichen Rückenpartien anpassen können“, sagt der Rückenexperte. „In Seitenlage muss sie im Schulter- und Beckenbereich nachgeben, in Rückenlage im Gesäßbereich. Das hängt dann auch von einem guten Lattenrost ab. Auf die Bauchlage sollte man möglichst verzichten, weil sie Nackenverspannungen provoziert.“

    Oft unterschätzt, aber auch wichtig: Die Bettgröße. Die Bandscheiben können sich nur dann mit Flüssigkeiten vollsaugen, wenn wir unsere Schlafposition immer mal wieder wechseln. Unbemerkt machen wir das bis zu 60-mal in der Nacht. Wichtig hierbei ist, dass Ihre Bettlänge 20 Zentimeter mehr im Vergleich zu Ihre Körpergröße beträgt. Nachts sollten Sie auf Ihrer Matratze zudem mindestens 100 Zentimeter Platz haben.
    Ebenfalls entscheidend: das richtige Kissen. Für die Kissenschlacht mit den Liebsten tun es auch die alten Daunensäcke der Großeltern. Für einen entspannten Schlaf aber ist das Traummaß 40 mal 80 Zentimeter. „Das Kissen soll Kopf und Nacken stützen, so dass im Schlaf Hals und Wirbelsäule eine Linie bilden“, sagt Dr. Schneiderhan. „Beim Bettenkauf ist es am besten Matratze und Kopfkissen gemeinsam auszutesten.“

    Ein weiterer und sogar recht häufiger Grund für nächtliche Rückenschmerzen sind Stress und psychische Probleme. Denn jede Form von psychischer Überlastung, sei es im Job, in der Familie oder auch in der Liebe, lässt die Muskeln verspannen. „Das bevorzugt in der Nacht, wenn man ins Grübeln gerät“, sagt der Rückenexperte. „Stress und Erschöpfung können schnell zu einem Teufelskreis aus Schlaflosigkeit, Fehl- und Schonhaltungen führen, was schließlich Schmerzen verursacht. Ideal ist es dann, eine interdisziplinär arbeitende Praxis aufzusuchen“, sagt der Wirbelsäulenfachmann. „Orthopäden können dann überprüfen, ob eine organische Ursache vorliegt. Ist das nicht der Fall, kann sich ein Facharzt für psychosomatische Medizin um mögliche seelische Probleme kümmern.“

    Noch relativ neu ist die Erkenntnis, dass nächtliche Rückenschmerzen auch mit den Faszien zusammenhängen können. „Bei den Faszien handelt es sich um kollagenhaltiges Bindegewebe, welches jeden Muskel umhüllt“, sagt Dr. Schneiderhan. „Sie sind wesentlich für unsere Leistungsfähigkeit und unsere Beweglichkeit verantwortlich. Sie können aber durch Bewegungsmangel, einseitige Belastungen und Überbeanspruchung verkleben. Und da sie weitgehend im Körper vernetzt sind, kann das zu nächtlichen Schmerzen führen, die auch chronifizieren können.“

    Mit den richtigen Dehnungsreizen können Sie Ihre Faszien jedoch ganz einfach entlasten. Zudem verhindern Sie auf diese Weise eine Verklebung Ihres Gewebes. Neben ausreichend Bewegung, sind Sportarten wie Pilates, Tai-Chi und QiGong sowie auch Yoga zu empfehlen. Mittlerweile sehr beliebt sind auch Faszienrollen. Sie tragen nachweislich dazu bei, das kollagenhaltige Bindegewebe elastisch und geschmeidig zu halten.