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Wippen, kippeln, zappeln

moll kids Champion jugendschreibtisch kinderschreibtisch 260Gute Kombination für den Rücken: „mitwachsender“ Schreibtisch und bewegtes SitzenBewegtes Sitzen für einen gesunden Kinderrücken

Die Einschulung ist etwas ganz Besonderes und wird von fast allen Kindern sehnsüchtig erwartet. Allerdings bringt sie nicht nur positive Veränderungen mit sich, denn Schule bedeutet häufig auch: stillsitzen, lernen und zuhören statt spielen, toben und bewegen. Vor allem das stundenlange Sitzen ist eine schwierige Herausforderung für Kinder, die voller Energie und Bewegungsdrang sind. Zudem kann Stillsitzen der Rückengesundheit sowie der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Schüler schaden. Doch es geht auch anders: Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. zeigt, wie rücken- und kindgerechtes Sitzen aussieht.

Stundenlanges, starres Sitzen ist eine ungesunde Haltung, die zu Rückenschmerzen und weiteren Beschwerden beitragen kann. Dies gilt nicht nur für Erwachsene, sondern in besonderem Maße auch für Kinder, deren Wirbelsäule sich noch im Wachstum befindet. Das Stillsitzen in der Schule und zuhause bei den Hausaufgaben ist dennoch nach wie vor üblich. Ein weiteres Problem: Viele Kinder sitzen auch in ihrer Freizeit zu häufig und zu lang, etwa beim Spielen an Konsolen oder beim Fernsehen. Da ist es wenig überraschend, dass bereits Kinder und Jugendliche häufig von Rückenschmerzen betroffen sind.

moizi 6 17 260So sitzen Kinder richtig

Um zu verhindern, dass Kinder unter Bewegungslosigkeit und deren Folgen leiden, bedarf es effektiver Lösungen. Einige Kindermöbelhersteller verfolgen kreative und innovative Ansätze, um monotoner und starrer Sitzhaltung bei Kindern gar keine Chance zu geben. Wippen, kippeln, zappeln – bei rückengerechten Kinderstühlen gilt das Motto: Je mehr Bewegung beim Sitzen, desto besser. Davon profitiert nicht nur der Rücken, sondern das bewegte Sitzen sorgt auch dafür, dass Kinder sich besser konzentrieren und länger aufmerksam zuhören können.

Der Hersteller Moizi ermöglicht bewegtes Sitzen mithilfe von Kufen, die an den Stühlen angebracht sind und zu schaukelnden, schwingenden Bewegungen motivieren. Zudem verfügen die Kinderstühle über ein Dämpfungssystem, das die Wirbelsäule schont und seitliche Bewegungen beim Sitzen zulässt. Die Stühle lassen sich zudem an verschiedene Körpergrößen anpassen, sodass sie über viele Jahre hinweg genutzt werden können. aeris swoppster kid racer 210Beim Hersteller VS setzt man auf eine eigens entwickelte und patentierte dreidimensionale Wippmechanik – Wippen beim Sitzen ist dadurch ausdrücklich erwünscht und erlaubt. Zudem ermöglichen die Sitzmöbel Neigungen zu allen Seiten, sind verstellbar und gefedert. Ein ausgeklügeltes 3D-Sitzkonzept bietet der „swoppster“ von aeris – ein Aktivstuhl, speziell für Kinder, der dank seiner Spezialfederung völlige Bewegungsfreiheit nach allen Seiten bietet.

Alle drei Sitzkonzepte konnten die Experten der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. überzeugen. Deswegen wurden sie mit dem AGR-Gütesiegel als besonders rückengerechte Kinder-Sitzmöbel ausgezeichnet. Weitere Informationen unter www.agr-ev.de/kinder-schreibmoebel.

VS Kinderruecken 260Tisch und Stuhl als Einheit

Kein Stuhl ohne Schreibtisch – und auch hier ist die Ergonomie ein wichtiger Faktor. Sinnvoll sind vor allem multiple Verstellmöglichkeiten, zum Beispiel der Höhe und der Tischplattenneigung, sodass der Tisch auf das Kind und die jeweilige Beschäftigung angepasst werden kann. Flexibel einstellbare Schreibtische mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken können mit dem Kind „mitwachsen“. Zudem gilt: Tisch und Stuhl sollten so aufeinander abgestimmt werden, dass sie eine Einheit bilden. Ein gutes Beispiel sind die in Sitztiefe, -höhe und Lehnenhöhe verstellbaren Kinderdrehstühle und die mit vielen Anpassungsmöglichkeiten ausgestatteten Schreibtische der Hersteller Moll und VS (www.agr-ev.de/kinder-schreibmoebel), die zusammen einen kindgerechten Arbeitsplatz mit AGR-Gütesiegel abbilden.

Aktiven Freizeitausgleich fördern

Bewegtes Sitzen ist wichtig – dennoch sollten Eltern auf ausreichend Bewegung in der Freizeit ihrer Kinder achten und sportliche Interessen unterstützen. Ob Sportverein oder Spielplatz: Die meisten Kinder haben Spaß an Bewegung – und viel Bewegung ist beste Voraussetzung, ohne Rückenschmerzen aufzuwachsen.
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Étiquettes: Kinderrücken

AGR TV: Wie rückengerechte Schulmöbel den Kinderrücken schonen


Schulunterricht findet bereits in den ersten Klassen die meiste Zeit im Sitzen statt. Dabei ist schon lange bekannt, dass Sitzen auf Dauer eine Belastung für den Körper – insbesondere für den Rücken ist. Bei Kindern und Jugendlichen umso mehr, denn die Wirbelsäule muss sich erst noch entwickeln und wird beim Sitzen oft in eine unnatürliche Haltung gezwungen. Das kann zu Fehlhaltungen und Rückenschmerzen führen. Umso wichtiger ist es, dass die Sitzmöbel kindgerecht sind – und das bedeutet vor allem eines: Dass Bewegung und Sitzen sich nicht ausschließen. Worauf kommt es also beim rückenfreundlichen Schularbeitsplatz an? Antwort gibt die Sportwissenschaftlerin Frau Dagmar Wolf von der Firma VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite "Stühle und Schreibtische für Kinder und Jugendliche". Jetzt klicken!

 

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Große Last für kleine Patienten: Immer mehr Kinder leiden unter Rückenschmerzen

blog kinderpmKinder brauchen Bewegung - weil Stillsitzen krank macht. Bild: AGR/aerisDass Rückengesundheit schon bei Kindern und Jugendlichen ein wichtiges Thema ist, lässt sich beim Blick in die Wartezimmer von Orthopäden erahnen: Hier findet man unter den Patienten gehäuft auch immer mehr junge Menschen, was daran liegt, dass viele Heranwachsende schon unter Rückenschmerzen leiden. Wir haben mit Dr. Dieter Breithecker, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung (BAG) e. V., über Hintergründe und Präventionsmöglichkeiten gesprochen.


Aber warum leiden schon so viele Kinder an Rückenschmerzen?
Dr. Breithecker: Das hat multifaktorielle Gründe. Die gegenwärtigen Forschungsergebnisse zeigen, dass bei Kindern und Jugendlichen ein komplexes Zusammenspiel von körperlichen, psychologischen und sozialen Faktoren das  Rückenschmerzgeschehen bestimmt. Man muss auch immer wieder hervorheben, dass Kinder Heranwachsende sind. Das heißt, ihr Körper durchläuft wichtige und vor allem kritische biologische Reifungsprozesse. Dadurch weisen sie eine geringere Belastungsverträglichkeit auf, was aber nicht heißt, dass sie grundsätzlich geschont werden müssen. Aber: Einseitige Belastungen, Fehlbelastungen wie stundenlanges Sitzen auf schlechten und schlecht angepassten Schulmöbeln, Haltungsschwächen infolge einer mangelhaft ausgebildeten Muskulatur bzw. mangelhaften Körperwahrnehmung und zunehmende psychische Belastungen sind schlechte Garanten für eine gesunde Entwicklung des Rückens.

blog breitheckerDr. Dieter Breithecker, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung (BAG) e. V.Inwiefern spielt die moderne Entwicklung der Gesellschaft eine Rolle?
Dr. Breithecker: Der Mensch steht immer in einem Wechselbezug zu seiner Umwelt. Diese verlangt uns heute im Gegensatz zu früher immer weniger körperliche Aktivität ab. Die Sekundärmobilität wie z. B. durch Autos und Rolltreppen löst
die Primärmobilität, also das Fahrradfahren oder zu Fuß gehen, immer mehr ab. Kinder gehen heutzutage selten noch zu Fuß zur Schule. Ihre Umwelt und Lebenserfahrungen sammeln sie heute mehr und mehr sitzend aus zweiter Hand (über Fernseher, Computer etc.). Klassische und durch die Vielfalt einer natürlichen Umwelt ermöglichte Bewegungsherausforderungen wie beispielsweise auf Bäume klettern, bleiben Kindern weitestgehend verschlossen. An diese Stelle treten immer mehr durchorganisierte und eingeschränkte Bewegungsangebote in Vereinen, auf Schulhöfen und Spielplätzen. Diese erreichen Kinder nicht in ihrem spielerischen Erkundungsbedürfnis, sind meistens übergesichert und damit
wenig herausfordernd und langweilig. Die Folge: Kinder verbringen täglich im Schnitt neun Stunden sitzend und bewegen sich nur rund eine Stunde. Damit fehlen ihnen wichtige Impulse für die körperliche, geistige und psychische Entwicklung.

Viel Bewegung im Kindesalter ist also wichtig für einen gesunden Rücken. Aber muss es denn immer gleich Sport sein?
Dr. Breithecker: Viel Bewegung – und das bedeutet ca. drei Stunden täglich - ist elementar für die Entwicklung von Körper, Geist und Psyche und damit auch für den Rücken. Die Betonung liegt hier zuerst einmal auf Bewegung nicht auf Sport. Je jünger Kinder sind, umso mehr steht die spielerische und selbstorganisierte Bewegung im Vordergrund. Das heißt, dass insbesondere im Vor- und Grundschulalter die Vielseitigkeit vor der Spezialisierung stehen sollte. Gerade
komplexe körperliche Aktivitäten wie Klettern, Balancieren, Hangeln, Springen, Rennen, Fahrrad fahren und mit Bällen spielen, geben wichtige Entwicklungsimpulse für alle biologischen Funktionen. Sportliches Interesse und Handeln kann mit zunehmendem Grundschulalter parallel dazu Berücksichtigung finden.
Und da die Kinder in ihrer Freizeit heute mehr Zeit vor Fernseher, Computer und Co. sitzend verbringen, sollte dies möglichst auf kindgerechtem Mobiliar erfolgen.

blog kindermoiziWas bedeutet denn „kindgerechtes Mobiliar"? Und warum ist besonders das lange Sitzen in der Schule und zu Hause so schädlich?
Dr. Breithecker: Langes Sitzen ist für alle Generationen eine sehr unnatürliche Verhaltensweise. Das gilt insbesondere für Kinder, da gerade sie im Zuge ihrer Reifungsprozesse viele Entwicklungsreize in Form von vielseitiger Bewegung benötigen. Und diese Bewegungsreize fordert ein gesundes Kind auch permanent ein. Ein Grund, warum Kinder selten still sitzen können und auf dem Stuhl beginnen unruhig hin und her zu rutschen oder zu kippeln. Das ist eine natürliche und gesunde „Strategie" des heranwachsenden Organismus, sich gegen diese ungesunden Bedingungen zur Wehr zu setzen. Langes Sitzen und vor allem Stillsitzen bedeutet dagegen „Stress" für Rücken, Geist und Seele. Kinder im Grundschulalter können maximal fünf Minuten still sitzen. Sie benötigen einen Stuhl, der ihre gesunde Bewegungsunruhe aufnimmt und nicht blockiert und sie sollten häufiger an einem Stehpult arbeiten.

Welche Anforderungen stellen Sie an einen idealen ergonomischen Arbeitsplatz für Kinder? Was zeichnet Ihrer Meinung nach gute Tische und Stühle aus?
Dr. Breithecker: Wenn Kinder über einen längeren Zeitraum sitzen müssen, dann sollten sie als allererstes einen Stuhl und einen Tisch haben, der sich ihren konstanten, wachstumsbedingten Körperproportionsveränderungen
stufenlos anpassen lässt. Darüber hinaus brauchen sie einen Stuhl mit einer dreidimensional beweglichen Sitzfläche. Diese nimmt die gesunde Bewegungsunruhe auf, anstatt sie zu blockieren. Dadurch wird auch während des Sitzens eine
natürliche und intuitive Selbstorganisation von Sitzvariationen ermöglicht, die wir heute als dynamisches Sitzen bezeichnen. Darüber hinaus sollte häufig das Sitzen unterbrochen werden und z. B. an einem Stehpult weiter gelernt werden.
Die Aktion Gesunder Rücken zeichnet besonders rückenfreundliche (Schreibtisch-) Stühle und Tische mit dem AGR-Gütesiegel aus. Zertifizierte Produkte gibt es beispielsweise von den Firmen aeris, moll, MOIZI und VS-Möbel. Weitere Informationen gibt es auf der AGR-Homepage unter www.agr-ev.de/produkte/guetesiegel in der Kategorie „Aktion Gesunder Kinderrücken".

Abschließende Frage: Was tun Sie selbst für einen gesunden Rücken?
Dr. Breithecker: Grundsätzlich keine spezielle Rückengymnastik. Ich versuche so viel Bewegung wie möglich in meinen Alltag zu integrieren. Mein Bürostuhl und meine Freizeitstühle haben eine dreidimensional bewegliche Sitzfläche,
mein Arbeitstisch kann ich zum Stehpult verändern, was ich auch regelmäßig nutze. Das Telefonieren erledige ich im Stehen oder laufe währenddessen hin und her. Ich ziehe grundsätzlich die Treppe Aufzügen und Rolltreppen vor. Darüber hinaus gilt für mich das bekannte Lebensmotto „Der Weg ist das Ziel!" und ich versuche so viele Schritte wie möglich in meinen Alltag zu integrieren, ohne mich an der Maxime von 10.000 Schritten pro Tag zu orientieren. Ab und zu führt mich
dann auch mal der Weg ins Fitnessstudio, aber nur, wenn es draußen kalt und regnerisch ist.


Weiterführende Informationen zu rückengerechten Kinderprodukten mit dem AGR-Gütesiegel und einem Verzeichnis geschulter und zertifizierter Fachgeschäfte sind auf Anforderung als Infopaket mit dem „Ergonomie-Ratgeber" und dem Ratgeber „AGRMAGAZIN" zum Preis von 12,95 Euro bei der AGR (Tel. 04284/926 99 90 oder www.agr-ev.de/patientenmedien) erhältlich.


Siggi daumen hoch links180Kindern den Rücken stärken: Aktion Gesunder Kinderrücken
Die Initiative „Aktion Gesunder Kinderrücken" der AGR und BAG fördert die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und erweitert das Bewusstsein von Eltern, Lehrern und Kindern für ein rückengerechtes Umfeld sowie ausreichend Bewegung. Neben den bereits erwähnten Sitzmöbeln und Schreibtischen werden auch andere rückengerechte Kinderprodukte ausgezeichnet wie z.B. Autokindersitze. Bei langen Autofahrten schmerzt nicht nur bei Erwachsenen irgendwann das Kreuz, auch der Kinderrücken leidet. Viele der im Handel erhältlichen Sitze sind eher unkomfortabel und unergonomisch. Deshalb gilt: Kindersitze müssen nicht nur alle Sicherheitsbedingungen erfüllen, sondern auch den ergonomischen Anforderungen des Nachwuchses gerecht werden. AGR-zertifizierte Kindersitze gibt es bei der Firma kiddy. Auch ein falsches Schuhwerk kann bei Heranwachsenden schnell zu Rückenbeschwerden führen. Denn ein Großteil der Kinder und Jugendlichen leidet unter Fußschwächen und teilweise sogar unter beginnenden Fußschäden, die schließlich zu Haltungsschäden und Rückenschmerzen führen. Produkte mit dem AGR Gütesiegel aus diesem Bereich sind der chung shi® DUX Trainer Kids sowie der chung shi® DUXFree Kids (www.chung-shi.com).
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Schon gewusst? 10 Prozent war gestern! Der Schulranzen darf ruhig schwerer sein

Schulranzen 10 300Der Schulranzen darf höchstes zwischen zehn und zwölf Prozent des eigenen Körpergewichts wiegen." Was früher als Richtwert für Rucksäcke und Ranzen galt, ist laut Experten heute längst überholt. Trotzdem werden jedes Jahr immer wieder Stimmen in den Medien laut, die dieses Gerücht streuen. Doch welches Gewicht ist denn nun die Höchstgrenze? Und welche weiteren Kriterien sollte ein idealer Schulranzen erfüllen? Die Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) informiert.

Kurz vor Schulstart bewegt kaum ein anderes Thema Eltern, Großeltern und Erziehungsverantwortliche so sehr wie die Fragen nach dem "richtigen" Schulranzen bzw. Schulrucksack. Und Klärungsbedarf gibt es reichlich: Welcher ist für unser Kind am besten geeignet? Welches Gewicht kann ich dem heranwachsenden Rücken wirklich zumuten? Und die wichtigste Frage für die ABC-Schützen in spé: Wie soll er aussehen?

Wer bei der Anschaffung nichts falsch machen möchte, sollte sich an Ratschlägen von Experten orientieren. Und diese wissen genau: Die Empfehlungen für ein Tragegewicht, das zehn bis zwölf Prozent des Körpergewichts nicht überschreiten sollte, sind völlig veraltet. Sie resultieren aus einer wissenschaftlichen Fehl-interpretation. Dr. Dieter Breithecker, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung in Wiesbaden, klärt auf: "Die Empfehlung von zehn Prozent stammt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Sie bezog sich darauf, wie schwer der Tornister eines Rekruten sein durfte, damit bei Langzeitbelastungen keine muskulären Ermüdungen auftraten." Mit Langzeitbelastung waren aber Märsche ab 20 Kilometern gemeint. Heutzutage haben Schulkinder nicht annähernd so einen langen Schulweg, weshalb diese Regel gar nicht auf sie zutrifft. "Diesen Wert auf Ranzen und Schulkinder anzuwenden, ist völlig unrealistisch", kritisiert Breithecker. Auch die "Kid-Check Studie" der Saarland-Universität bestätigt das. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass nicht alle Kinder pauschal über einen Kamm geschert werden können. So gibt es Kinder die sich erst dann anstrengen müssen, wenn der Ranzen 1/3 des Körpergewichts wiegt. Schwächere Kinder weisen aber schon bei 12 % Tragegewicht Anzeichen einer Überbelastung auf. Individuelle Faktoren sollten unbedingt berücksichtigt werden. Das können z. B. die Belastungsverträglichkeit (Kraft und Koordinationsleistung), Belastungsdauer, ergonomische Qualität des Schulranzens/ Schulrucksacks, individuelles Trageverhalten und weitere sogenannte Risikofaktoren wie beispielsweise die Häufigkeit des Sitzens sein. "Auch wenn nach aktuellen Erkenntnissen der Ranzen etwas schwerer sein darf, sollte man nicht versäumen darauf zu achten, unnötiges Gewicht im Ranzen zu vermeiden. Für den Ranzenkauf ist es jedoch wichtig zu wissen, dass nicht immer der leichteste Ranzen auch automatisch der Beste ist" so Detlef Detjen vom Vorstand der Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR).

Worauf es beim Schulranzen/ -rucksack ankommt

Solange sich das Haltungs- und Bewegungssystem noch in der Entwicklung befindet, sollte grundsätzlich von einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber Fehlbelastungen ausgegangen werden. Umso wichtiger ist es, schon im Kindesalter auf ergonomische Alltagsgegenstände wie Schulranzen Wert zu legen. Wichtige Anforderungen sind z. B. ein ergonomisch geformtes, rutschfestes Rückenteil, das sich der natürlichen Form der Wirbelsäule anpasst. Achten Sie beim Kauf auch darauf, ob der Ranzen eng am Körper anliegt. Sitzt er vielleicht zu hoch oder zu niedrig? Gut gepolsterte Tragegurte, die mindestens vier Zentimeter breit und verstellbar sein sollten, erhöhen ebenfalls den täglichen Tragekomfort. Schwere Inhalte, wie Bücher, sollten in körpernahen Fächern verstaut werden können. Weitere wichtige Tipps und Hinweise sowie Kriterien für einen rückenfreundlichen Schulranzen gibt es im Internet unter www.agr-ev.de/schulranzen
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