Beim Thema „Lärm am Arbeitsplatz“ denken die meisten Menschen erst einmal an Baustellen oder Industrie-Arbeitsplätze. Aber auch im Büro kann Lärm zum Problem werden und die Gesundheit der Beschäftigten gefährden.
Leider wird der Geräuschpegel im Büro noch immer oft unterschätzt. Dabei wäre es gar nicht so schwer, die Lärmbelastung in Büroräumen zu reduzieren!
In diesem Artikel erfährst du, warum ein lauter Arbeitsplatz problematisch ist, selbst wenn es „nur“ um Bürolärm geht, wie laut es im Büro sein darf und welche Maßnahmen helfen können.
Gespräche, Telefonklingeln, Tastaturgeräusche und Tassenklirren bilden einen ständigen Geräuschteppich. Dieser kann die Konzentration erheblich beeinträchtigen.
Natürlich entsteht hier längst kein so großer Lärm wie zum Beispiel auf einer Baustelle oder in einer Maschinenhalle. Trotzdem kann die Geräuschkulisse im Büro zu einem echten Problem werden. Gerade unvorhersehbare Geräusche stören besonders, weil sie unsere Aufmerksamkeit immer wieder unterbrechen.
Dauergeräusche sind anstrengend und treiben den Stresspegel nach oben, selbst wenn die Geräusche eigentlich gar nicht so laut sind. Doch Geräusche sorgen für ständige Unterbrechungen der Aufmerksamkeit. Das kann dazu führen, dass Aufgaben länger dauern, Fehler häufiger auftreten oder die Ergebnisse schlechter sind.
Wenn die Beschäftigten Lärm ausgesetzt sind, kann das sowohl ihre Leistung als auch ihre Gesundheit deutlich beeinträchtigen.
Wichtig zu wissen: Weil Lärm am Arbeitsplatz eine so große Belastung sein kann, muss sie ein Teil arbeitsmedizinischer Vorsorge sein. Genaueres regelt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV).
Was viele nicht wissen: Im Büro gelten deutlich strengere Richtwerte als in vielen anderen Arbeitsbereichen.
Zum Vergleich: Ein normales Gespräch liegt schon bei etwa 55 dB. Das zeigt, wie schnell dieser Lärmbereich im Alltag erreicht wird. Ganz besonders im Großraumbüro ist das ein Problem, weil dort viele Geräusche gleichzeitig auftreten.
In der Industrie gelten ab etwa 80 dB klare Auslösewerte für Schutzmaßnahmen. Ab dieser Grenze müssen definitiv technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden. Doch auch schon weit unterhalb des Auslösewertes von 80 dB kann der Lärm zur Belastung werden.
Lärm lässt sich selten komplett vermeiden, aber er kann gezielt reduziert werden. Diese Maßnahmen helfen:
Lärm am Arbeitsplatz ist auch im Büro ein Thema, dem du Aufmerksamkeit schenken solltest. Er gehört genauso zur Ergonomie wie ein guter Stuhl oder ein höhenverstellbarer Schreibtisch. Für Personalverantwortliche und BGM‑Beauftragte lohnt es sich deshalb, die akustische Gestaltung von Arbeitsplätzen stärker in Präventionskonzepte einzubeziehen. Schon kleine Anpassungen können den Lärm reduzieren und damit die Arbeitsqualität und Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigern.