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E-Bikes oder Pedelecs sind weiterhin das Boom-Segment der Fahrradbranche. Sie hatten 2018 einen Marktanteil von 23,5 Prozent – Tendenz steigend so der ZIV. Doch woher kommt die Lust am Rückenwind aus der Steckdose? Der pressedienst-fahrrad hat zehn der wichtigsten Argumente zusammengetragen.

  1. E-Bikes bringen Sie in Fahrt – mitten ins Leben
    Ein E-Bike beflügelt das Leben. Das Pedelec-Prinzip sorgt dafür, dass der Motor, wann immer man in die Pedale tritt, Leistung dazugibt. Der Eigenanteil fühlt sich wie gemütliches Radeln an und der Motor macht daraus sportliches Radfahren. Dieses Phänomen ist nach Worten von Gunnar Fehlau, Leiter des pressedienst-fahrrad und Mitautor eines Buches über E-Bikes, der Hauptgrund für den Erfolg des modernen E-Bikes. Immerhin sind schon gut 1,3 Millionen E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs. „Über 50 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Statt Frust durch Stau und Parkplatzsuche mit dem Auto erfreuen sich Pedelec-Fahrer an diesen kleinen Radfahrten im Alltag“, so Fehlau weiter. Die Lust steht im Vordergrund und nicht verkehrspolitischer und ökologischer Fundamentalismus.
  2. Vom Brauchen zum Wollen – der Imagewandel
    Noch vor wenigen Jahren waren E-Bikes Seniorenfahrzeuge für Bedürftige. Doch ihr Image hat sich gewandelt. Sie sind im Alltag so selbstverständlich wie Staubsauger, Rolltreppen, Kaffeemaschinen oder Smartphones: Man benutzt sie gerne und genießt ihre Hilfe im Alltag. So vielfältig das Angebot bei Kaffeemaschinen ist, so unterschiedlich ist es auch beim Pedelec: Jede Radgattung gibt es auch als E-Version, selbst Rennräder, Mountainbikes, Liegeräder, Falträder oder Tandems. Das Gros des Marktes machen aber City- und Trekkingräder aus. Und auch beim Design sind Pedelecs Statussymbole geworden.
  3. Pedelecs sind bezahlbare Zweitwagen
    Ein gutes Pedelec ist unter 1.500 Euro nur schwer realisierbar. Der durchschnittliche Verkaufspreis in Deutschland liegt bei etwa 2.300 Euro. „Das ist auch die Preisklasse, in der solide und universell einsetzbare Modelle beginnen“, erklärt Fehlau und verweist darauf, dass ein gutes Alltags- oder Tourenrad gerade 1.000 Euro günstiger ist. Vergleicht man die Preise von Pedelec und Auto, so stehe das Pedelec noch besser da.
  4. Reichweite reicht
    Die Angst, mit leerem Tank stehenzubleiben, ist beim Auto begründet, nicht jedoch beim Pedelec. Zum einen liefern moderne Akkus ausreichend Strom, um zwischen 30 und 100 Kilometer weit zu fahren. Zum anderen – und das ist einer der größten Vorteile des Pedelecs gegenüber dem E-Auto – lässt sich jedes (!) Pedelec auch ohne Motorunterstützung nach Hause fahren.
  5. Sicher anfahren
    Die ersten Meter beim Anfahren sind beim Fahrrad die wackeligsten, besonders am Berg. Die Steuerung moderner Pedelec behebt diesen Umstand und schiebt bei den ersten Pedalumdrehungen besonders kräftig und gleichsam harmonisch mit. Kurz: Die Anfahrt gelingt auch an Steigungen viel sicherer und bequemer als beim normalen Fahrrad.
  6. Schweißfrei ankommen
    Während das Schwitzen für Radsportler ein Teil der Leidenschaft ausmacht, ist es für die meisten anderen Radfahrer notwendiges Übel. Doch dieses Leiden kennt der Pedelec-Fahrer nicht: Die Belastungsspitzen – wie Sportwissenschaftler dies bezeichnen – werden vom Motor übernommen. Man fährt entspannt und dennoch zügig. So kommt man stets schweißfrei im Büro oder Theater an.
  7. Eingebauter Rückenwind
    Mal ehrlich, Radfahren macht bei Rückenwind und bergab am meisten Spaß. Doch die Realität beim Fahrrad kennt halt auch den Gegenwind und den Anstieg. Nicht so mit Pedelec: „Die meisten Modelle bieten unterschiedliche Unterstützungsmodi“, erklärt Fehlau. „Bei Gegenwind oder Steigungen wählt man einfach die stärkste Unterstützungsmodi und schon geht es kinderleicht gegen den Wind oder bergauf."
  8. Praktische und angenehme Reisegeschwindigkeit
    Der Schlüsselfaktor für zügiges Fahren ist nicht die absolute Maximalgeschwindigkeit, sondern ein möglichst konstantes Fahren. Das Pedelec hilft beim Anfahren, bei Gegenwind und den kleinen und großen Anstiegen. So rollt man zügig dahin, ohne dass die Reisegeschwindigkeit zu stark von der Wahrnehmungsfähigkeit abweicht. Das bereichert das Leben: Frische Eindrücke auch auf altbekannten Strecken sind die Genusswährung der Pedelecpiloten!
  9. Nachhaltigkeit: individueller Genuss mit reinem Gewissen
    Anders als spontane Städtereisen ans andere Ende der Welt, durstige Sportwagen oder müllträchtige Einweg-Schlämmereien ist das Pedelec durch und durch nachhaltig: Wer das Pedelec mit Ökostrom lädt, hat mitunter sogar einen besseren Carbon Footprint (CO2 Fußabdruck) als mancher klassischer Radfahrer, wie das Radkulturmagazin „fahrstil“ (www.fahrstilmagazin.de) in Ausgabe 06 zeigte. In jedem Fall steht das Pedelec in seiner Ökobilanz bestens da und symbolisiert individuelle Lebensfreude ohne Reue. Dass die Akkus über 1.000 Ladezyklen (also im Schnitt 40.000 Kilometer) halten und der Verschleiß der Komponenten in etwa dem eines herkömmlichen Fahrrades entspricht, unterstreicht die grüne Note des Pedelecs.
  10. Kaum Wertverfall
    Ein gutes Pedelec ist eine gute Investition, weiß Fehlau. Davon zeuge ein kleiner Gebrauchtmarkt mit hohen Wiederverkaufspreisen. „Wer das für ihn richtige Pedelec in solider Qualität gekauft hat, behält es oft über viele Jahre und wer einen Fehlkauf tätigte, der bekommt das Rad zu guten Preisen wieder losgeschlagen.“

Für Fehlau und über ca. 980.000 Pedelec-Käufer in 2018* ist die Sache klar. Ein Pedelec nimmt der Leidenschaft Radfahren das Leiden, macht sich in vielerlei Weise bezahlt und zaubert immer wieder ein Lächeln in die Gesichter.

 

*) Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV), https://nationaler-radverkehrsplan.de/de/aktuell/nachrichten/marktanteil-von-elektrofahrraedern-waechst-auf-235