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Collage mit Menschen beim Tragen, Kochen und Arbeiten in natürlichen Alltagssituationen im Freien.

Der menschliche Körper ist für vielfältige Bewegungen gemacht: Gehen, Laufen, Hocken, Springen, Balancieren, Klettern, und all das auf unterschiedlichen Untergründen. Im modernen Alltag verbringen viele Menschen jedoch einen Großteil des Tages sitzend und bewegen sich höchstens auf ebenen, befestigten Wegen.
Beobachtungen zeigen, dass einige indigene Gemeinschaften bis heute Bewegungsmuster bewahrt haben, die für unseren Körper natürlicher sind. Einige Verhaltensweisen können wir uns auch in unserem ganz anders geprägten Alltag abschauen.

Auf einen Blick: natürliche Bewegung

  • Natürliche Bewegung umfasst Abläufe wie Gehen, Balancieren, tiefes Hocken und Klettern auf abwechslungsreichen Untergründen.
  • Der moderne Alltag mit vielem Sitzen und flachen Böden fordert Füße, Beine und Rücken meist zu einseitig.
  • Die Position der tiefen Hocke hält Hüfte, Knie und Sprunggelenke elastisch.
  • Barfußschuhe oder gelegentliches Barfußgehen aktivieren die Fußmuskulatur und stärken die körpereigene Sensomotorik.
  • Kleine Anpassungen im Alltag, etwa das gezielte Ansteuern von Wiesen- oder Waldwegen beim Spaziergang, vergrößern den Bewegungsspielraum nachhaltig.

Was bedeutet natürliche Bewegung eigentlich?

Unter natürlicher Bewegung versteht man Bewegungsmuster, für die der menschliche Körper evolutionsbedingt geschaffen wurde: freies Gehen, Laufen, tiefes Hocken, Tragen, Balancieren und Klettern auf wechselnden, unebenen Untergründen.
Während wir in unserer modernen Gesellschaft viele dieser Bewegungsmuster kaum noch ausführen, haben sie sich in einigen indigenen Völkern im Alltag erhalten.
Als indigene Kulturen werden übrigens Gemeinschaften bezeichnet, die seit langer Zeit in einem bestimmten Gebiet leben und deren Vorfahren dort bereits vor der Kolonialisierung oder vor der Entstehung heutiger Staaten ansässig waren. Es gibt jedoch nicht DIE eine indigene Kultur. Der Begriff umfasst weltweit sehr unterschiedliche Gemeinschaften mit eigenen Lebensweisen, Traditionen und Umweltbedingungen. Aussagen über ihre Bewegungsgewohnheiten lassen sich daher nie pauschal treffen. Dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten, die Forschende immer wieder beschreiben.
In Bezug auf natürliche Bewegung sind das vor allem diese Faktoren:

  • In vielen traditionellen indigenen Kulturen ist Bewegung stärker in den Alltag eingebunden als bei uns. Sie entsteht beim Gehen, Tragen, Sammeln, Jagen, Fischen oder bei der Feldarbeit.
  • Das Lebensumfeld vieler indigener Kulturen ist weniger stark durch Menschenhand verändert. Dadurch bewegt man sich ganz automatisch auf unterschiedlichen Untergründen.
  • In einigen Gemeinschaften ist tiefes Hocken eine übliche Ruhe- und Arbeitshaltung. Diese Position (die die meisten Menschen in westlich geprägten Kulturen gar nicht mehr problemlos einnehmen können) hilft dabei, Hüfte, Knie und Sprunggelenke beweglich zu halten.
  • In manchen Regionen ist es üblich, barfuß oder in minimalistischem Schuhwerk zu gehen. Dadurch wird die Fußmuskulatur anders beansprucht.
Mehrere Menschen gehen gemeinsam auf einem unbefestigten Weg durch eine ländliche Landschaft.

Was können wir uns in Bezug auf natürliche Bewegung abschauen?

Natürlich sieht unser Alltag ganz anders aus als der in einer traditionellen indigenen Kultur. Trotzdem können wir viele der Bewegungsformen auch in unser Leben integrieren. Wer sich wieder natürlich bewegen will, kann sich von diesen Tipps inspirieren lassen:

  • Gehe öfter zu Fuß! Selbst kurze Strecken können schon einen Unterschied machen.
  • Variiere deine Wege, um unterschiedliche Untergründe zu nutzen.
  • Finde Gelegenheiten zum Balancieren und Klettern!
  • Vermeide das Verharren in einer Position! Stehe zum Beispiel häufig auf, statt stundenlang unbeweglich zu sitzen.
  • Gehe mal wieder barfuß oder nutze Barfußschuhe, um deine Füße an das natürliche Gehen zu gewöhnen.
  • Probiere aus, was dein Körper alles kann, und vergrößere diesen Spielraum nach und nach.

Wie können Barfußschuhe die natürliche Bewegung unterstützen?

Barfußschuhe schützen den Fuß vor Schmutz und Verletzungen, aber lassen ihm trotzdem viel Raum für natürliches Gehen. Wenn wir barfuß gehen, sind unzählige Muskeln, Sehen und Gelenke beteiligt. In festen Schuhen geht ein Teil dieser natürlichen Bewegungen verloren.
Viele Nutzer berichten, dass sie durch Barfußschuhe ein besseres Körpergefühl entwickelt haben und dass Füße und Beine auf Dauer kräftiger werden.
Wichtig zu wissen: Gib deinen Füßen Zeit, sich langsam an die veränderte Belastung zu gewöhnen! Am Anfang kann sich das neue Bewegungsmuster sehr ungewohnt und anstrengend anfühlen. Gestalte den Umstieg deshalb langsam und vorsichtig.

Nahaufnahme von Füßen in Barfußschuhen auf einer Wiese im Freien.

Warum ist natürliche Bewegung wichtig?

Wir verhalten uns in vielen Aspekten längst nicht mehr so, wie unser Körper es eigentlich bräuchte. Wichtig ist dafür ein grundsätzliches Verständnis für den Körper und das, was ihm guttut.
Jedes Detail des menschlichen Körpers hat sich über viele Jahrtausende hinweg entwickelt und angepasst. Unsere modernen Lebensgewohnheiten sind dagegen höchstens wenige Jahrhunderte alt.
Natürliche Bewegung bedeutet nicht, dass wir unseren Lebensstil und unsere Gewohnheiten über Bord werfen sollen. Aber es lohnt sich ein Blick darauf, was sie ausmacht und wie wir sie uns Stück für Stück zurückerobern können.

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