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Nicht gleich operieren

Intradiskale Injektionen bei Bandscheibenschäden

Eigentlich handelt es sich bei unseren Bandscheiben um 23 ziemlich geniale Puffer. Sie halten bis zu 800 Kilo aus. Doch das unbewegte Leben, falsche Körperhaltungen und häufige Fehlbelastungen machen ihnen schwer zu schaffen. Es kommt zu Schmerzen, Vorschleiß, Vorwölbungen und Bandscheibenvorfall. Nicht immer muss man sich dafür aber gleich unter das Messer legen. Im neuesten AGR-Blogbeitrag stellt Dr. Reinhard Schneiderhan mit der intradiskalen Injektion eine schonende Alternative vor.

Die vielen Millionen Menschen, die jedes Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt gehen, erhalten nicht selten die Diagnose: Bandscheibe. Die faserknorpeligen Zwischenwirbelscheiben können heftige Schmerzen verursachen. Immer noch viel zu häufig lassen sich Betroffene deshalb operieren. Leider viel zu selten mit dem gewünschten Erfolg. „Für viele dieser Patienten kann eine intradiskale Injektion in die Bandscheibe in Frage kommen“, sagt Dr. Reinhard Schneiderhan vom gleichnamigen Medizinischen Versorgungszentrum in München Taufkirchen. „Besonders erfolgreich ist dieses Verfahren, wenn aufgrund eines Bandscheibenvorfalls oder einer Bandscheibenvorwölbung ein meist lokaler Bandscheibenschmerz vorliegt.“

Zum Einsatz kommt dieser schonende Eingriff unter örtlicher Betäubung aber erst dann, wenn andere konservative Maßnahmen, wie Physiotherapie oder herkömmliche Schmerzmittel, keine Wirkung zeigen. „Deshalb gehen wir auch interdisziplinär vor“, sagt der Wirbelsäulenexperte. „Ärzte verschiedener Fachrichtungen besprechen den Fall und loten alle Maßnahmen aus, um so die beste Therapieform zu ermitteln. Und manchmal ist das die intradiskale Injektion.“

Der Eingriff erfolgt zunächst unter örtlicher Betäubung. Mit Hilfe moderner bildgebender Verfahren führt der Arzt eine feine Nadel in den Schmerzen verursachenden Bereich der Bandscheibe und dann gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Eine Diskografie. Dabei handelt es sich um die eine besondere Art der Diagnose mit Hilfe eines Röntgenkontrastmittels.. 
2. Die therapeutische Anwendung durch einspritzen eines Medikaments.

„Bei der Diskografie spritze ich einige Milliliter Kontrastmittel in das Bandscheibengewebe, um den Druck zu erhöhen“, erklärt Dr. Schneiderhan. „Damit provoziere ich einen Schmerz, den wir auch als Memory Pain bezeichnen. Patienten müssen dann auf einer Skala von 1 bis 10 angeben, wie stark sie den Schmerz empfinden. So ist es möglich eine exakte Diagnose  zu stellen. Ich kann dann genau sagen, ob die Schmerzen von der Bandscheibe selbst herrühren, oder ob eine Arthrose der Facettengelenke die Probleme verursacht.“

Liegen die Schmerzen auf der Skala bei 7 oder höher, ist die Bandscheibe die Ursache. Der Fachbegriff dafür lautet intradiskales Schmerzphänomen oder eben Memory Pain. „In diesem Fall können wir dann die intradiskale Injektion durchzuführen“, sagt der Münchner Rücken- und Schmerzspezialist. „Dabei spritze ich einen Cocktail aus entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten durch eine feine Spritze in die Bandscheibe, was in den meisten Fällen zu einer sofortigen Linderung der Beschwerden führt.“ Studien weisen eine Erfolgsquote von 80 Prozent nach.

Nach dem Eingriff können die Patienten sofort wieder mobilisiert werden. Anschließend ist es wichtig, mit gezielter Physiotherapie und isometrischen Kräftigungsübungen zu beginnen, um Muskulatur aufzubauen. Regelmäßiges Rücken- und Fitnesstraining in der Folgezeit, kann erneute Beschwerden verhindern.