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Die Zukunft der Medizin

    Viele Leser dieses Blogs können sich sicher noch daran erinnern oder haben es sogar am eigenen Leib erfahren. Wenn Ärzte vor 20 Jahren zum Skalpell greifen mussten, waren oft große, bis zu 10 Zentimeter lange Schnitte nötig. Heutzutage ist das glücklicherweise nicht mehr so. Mit Hilfe von minimal-invasiven Eingriffen bleiben kaum sichtbare Narben zurück. AGR-Experte Dr. Reinhard Schneiderhan erklärt im neuesten Beitrag, womit wir zukünftig rechnen können und was die moderne Medizin jetzt schon möglich macht.

    Das große Thema derzeit lautet künstliche Intelligenz, kurz KI genannt. Überall auf der Welt laufen die Forschungen dazu auf Hochtouren und die daran beteiligten Wissenschaftler feiern erste Erfolge. „Angesichts der rasanten Fortschritte, gehe ich davon aus, dass KI in den nächsten Jahren fester Bestandteil der Medizin ist“, sagt Dr. Reinhard Schneiderhan vom gleichnamigen Medizinischen Versorgungszentrum in München-Taufkirchen. „Vor allem bei der Diagnostik von komplizierten Krankheitsbildern dürfte sie uns schon bald hilfreich zur Seite stehen.“

    Das Besondere an der KI ist, dass sie große Datenmengen mit passenden Algorithmen verknüpfen kann. Warum das für die Medizin ein so großer Fortschritt ist, lässt sich anhand eines Beispiels erläutern: Jeden Tag erscheinen rund 6000 medizinische Artikel in Fachzeitschriften. Kein Arzt hat die Zeit, all diese Artikel zu lesen. „Die KI kann mir aber alle für mich relevanten Artikel zum Thema Rückengesundheit herausfiltern“, sagt der Wirbelsäulenexperte. „So bin ich immer auf dem neuesten Stand der medizinischen Forschung und davon profitieren natürlich alle meine Patienten.“

    Auch die bereits zum Einsatz kommenden OP-Roboter profitieren von der KI. Sie verbessern sich von Eingriff zu Eingriff und haben den Vorteil nicht zu ermüden oder mal einen schlechten Tag zu erwischen. Roboter dürften nicht nur im OP-Saal, sondern vor allem auch in der Pflege oder bei Rehabilitationsanwendungen bald völlig selbstverständlich sein.

    Ein immer breiteres Behandlungsspektrum gibt es auch bei minimal-invasiven Anwendungen in der Wirbelsäulenchirurgie. Das derzeitige Nonplusultra im Bereich der Wirbelsäulen ist das so genannte Intraspine-Verfahren. Diese moderne Methode ist für viele Patienten die sanfte und schonende Alternative zur Wirbelsäulenversteifung und kommt bei den häufigen degenerativen Prozessen der Wirbelsäule und der Bandscheiben zum Einsatz.

    „Dabei hat Intraspine für die betroffenen Patienten gleich mehrere und entscheidende Vorteile“, sagt Dr. Schneiderhan. „Es sind nur sehr kleine Schnitte nötig und es handelt sich um eine so genannte dynamische Stabilisierung der Wirbelsäule. Anderes als bei der herkömmlichen Methode, bleiben Beweglichkeit und Belastbarkeit erhalten.“ Hinzu kommt, dass der Eingriff nur 30 bis 45 Minuten dauert. Eine Versteifungs-OP hingegen zieht sich über mehrere Stunden hinweg.“ Bei dem schonenden Eingriff werden unter Mikroskop-Sicht spezielle Hightech-Puffer aus Silikon eingesetzt. Dadurch vergrößert sich der Abstand zwischen den Wirbelkörpern. Die Folge: In Mitleidenschaft und Schmerzen auslösende Nervenstrukturen finden wieder ausreichend Platz und machen keine Probleme mehr.

    Mehr als 100 Eingriffe hat die Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen in München-Taufkirchen bereits erfolgreich durchgeführt.